Berater
(40 Gründe den Berater-Job an den Nagel zu
hängen)
1. Du fragst den Kellner nach seiner
Kernkompetenz.
2. Du entscheidest Dich, Deine Familie zu reorganisieren und rollenbasierte
Teambildung, Task-Forces, einen partizipativen Führungsstil und
Zielvereinbarungen einzuführen.
3. Du notierst dir private Termine als Marketing- und Akquiseveranstaltungen.
4. Du kannst das Wort "Paradigma" buchstabieren.
5. Du weißt sogar, was es bedeutet.
6. Du schreibst Management-Summaries auf die Rückseite Deiner Einkaufszettel.
7. Du glaubst wirklich daran, dass es effizient ist, eine 10 Seiten lange
Präsentation zusammen mit sechs Kollegen zu erstellen, die Du gar nicht kennst.
8. Du glaubst auch daran, dass ein anderer das Inhaltsverzeichnis dazu schreiben
wird.
9. Du glaubst daran, dass Du im Leben niemals echte Schwierigkeiten hattest ...
es gab lediglich Herausforderungen, Chancen, Issues, großartige Aufgaben,
Verbesserungspotenziale und unglücklich geschnittene Prozesse.
10. Du kennst jedes (und zwar wirklich jedes) noch so kleine Clip-Art in
Powerpoint.
11. Du erklärst Deinem Kundenbetreuer bei der Bank, dass Du nicht hoffnungslos
verschuldet bist, sondern ein echter "high potential" mit Aussichten auf
"out-performing revenues".
12. Du betrachtest Deine Mahlzeiten als notwendige Sekundär-Prozesse zur
Sicherstellung Deiner Produktivität.
13. Du bezeichnest Deine bessere Hälfte als Deinen Co-CEO.
14. Alle Deine Geschichten beginnen wie "als wir damals im Projekt bei der
Blabla" oder "und dann hatte unser Team diese grandiose Idee mit dem
Sabber-Sabber" oder "eines meiner erfolgreichsten Projekte begann, als ich
Rhabarber - Rhabarber".
15. Du glaubst fest daran, dass Deine besten, großartigsten und erfolgreichsten
Charts jene waren, die in nur fünf Minuten entstanden sind.
16. Du bestehst darauf, noch mehr Markt- und Zielgruppenforschung zu betreiben,
bevor Du den Produktionsprozess für ein weiteres Kind anstößt.
17. Deine "Deliverables" und Objectives" für Samstag sind Wäsche waschen,
Kühlschrank auffüllen, Müll rausbringen, Altpapier entsorgen, Blumen gießen,
Einkaufen, Briefkasten ausleeren, Bügeln, Putzen, Koffer ausleeren, Koffer für
Montag packen, Unterlagen sortieren.
18. Spätestens hier fragst Du Dich jedes Mal, warum Du noch kein Projekt für die
strategische Auswahl einer Putzfrau aufgesetzt hast.
19. Nachdem das Budget für eine Putzfrau vom Co-CEO genehmigt wurde, fragst Du
Dich, wie Du die Effizienz und die Effektivität Deiner türkischen Putzfrau
steigern kannst und warum Du statt eines Tschader-verhüllten Fleischbergs nicht
doch die kleine Thailänderin engagiert hast.
20. Du vereinbarst erfolgsabhängige Einkommensstrukturen mit Deiner Putzfrau.
21. Du benutzt Worte wie "Mehrwertgenerierungspotenzial" und "Effizienzsteigerungspotenzial"
und Phrasen wie "die strategischen Herausforderungen der elektronischen Zukunft
meistern" ohne rot zu werden.
22. Du gibst Deinem Hund konstruktives Feedback.
23. Du lädst Freunde ein, um den Film "Interdependence Day" mit anzusehen.
24. Der Wechsel einer Freundin oder Ehefrau ist lediglich ein Release-Wechsel,
neue Beziehungen werden als Merger penibel mit einem Programm für das
Change-Management geplant.
25. Du trennst Dich nicht von einem Partner, sondern initiierst einen
Outplacement-Prozess. Wieso eigentlich Partner ? Du entscheidest Dich im Sinne
der Eindeutigkeit dafür, diesen in Zukunft als LAB zu bezeichnen (Lebens-Abschnitts-Begleiter).
26. Denn: bei dem Wort "Partner" fällt Dir nur eine Führungsposition in einem
Consulting-Unternehmen ein.
27. An der Wurst-Theke im Supermarkt erklärst Du der Verkäuferin eine
Prozess-Optimierung zur Durchsatzsteigerung und Freisetzung ineffizienter
Ressourcen auf der Rückseite des Pizza-Kartons. Dann wunderst Du Dich, dass Dir
die Verkäuferin nur noch die Ware mit dem Fettrand und die vertrockneten, grauen
Stücke einpackt.
28. Du entwirfst für den monatlichen Hausputz jedes Mal einen Projektplan in
Microsoft-Project und ärgerst Dich über die elende Ressourcenverwaltung.
29. Dein Co-CEO sieht Dich jedes Mal verwundert an, wenn Du nach dem
dilettantischen Projekt-Controlling fragst und warum der Hausputz wieder nicht
in-time und auch nicht in-budget in zufriedenstellender Qualität durchgeführt
wurde.
30. Deine Kinder sehen Dich mitleidig und zugleich zornig an, wenn Du auf die
Bitte nach mehr Taschengeld mit der Aufforderung antwortest, einen Business-Plan
zu erstellen und eine strategische Neuausrichtung des Spielzeugportfolios unter
Berücksichtigung der Einflüsse von e-Commerce und "mobile e-markets"
durchzuführen.
31. Du kannst die Frage "Hey Paps: warum hast Du noch kein WAP-Handy?" erst nach
der Erstellung einer 60 Seiten langen Studie beantworten und stellst der
Projektleitung des Familienteams die Aufwendungen dafür in Rechnung.
32. Die Bitte Deiner Kinder, die neue Sony Play-Station zu kaufen, wird mit der
Begründung abgelehnt, diese passe nicht in die strategische Ausrichtung Deiner
Haushalts-IT.
33. Du betrachtest Dein Auto lediglich als Logistik-Tool .... obwohl: ein Benz
wäre auch nicht schlecht ... oder wenigstens ein 5er BMW. Aber den hat doch
heute auch schon jeder Senior-Berater. Steht mir nicht wenigst ein Audi A8 4.2
Quattro zu ? Das ist ja wohl das mindeste, was mir die Company für meine
Leistungen schuldig ist!
34. Beim Blick in das Programm von RTL2 fragst Du Dich ernsthaft, der
Geschäftsführung eine neu Geschäftsfeld-Strategie oder wenigstens eine
Programmberatung anzubieten.
35. Du ertappst dich immer wieder dabei, ein Persönlichkeitsprofil Deines
Co-CEOs aufzuzeichnen und ein abgestimmtes Qualifizierungsprogramm zu entwerfen.
Du fängst schon mal mit einem Fragebogen an ...
36. Du ertappst Dich auch immer öfter dabei, Fragen zu beantworten, die niemand
gestellt hat und die auch noch jenseits Deiner Kompetenz liegen
37. In diesen Dingen hast Du auch schon längst den Glauben an das "Peter-Prinzip"
verloren. Du glaubst statt dessen an die These der Hyper-Inkompetenz, die
jenseits der von Peter postulierten, maximal möglichen Inkompetenz zu finden ist
und weißt: da will ich hin!
38. Du fängst an, mit Deinem Laptop zu sprechen, ihn zu beschimpfen, ihn
anzuschreien und ihn mit dem Handy und dem Palmtop zu bedrohen.
39. Du wirst auch niemals zugeben, dass Du mit diesem dämlichen Palmtop nicht
richtig umgehen kannst und das auch niemals lernen wirst.
40. Es kommt immer öfter vor, dass Du Clienten hasst und ihnen ihr Mandat in den
Hals stopfen möchtest.
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